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Mi, 13:40 Uhr
17.12.2003

Ströme vom Abfall und Geld

Nordhausen/Bleicherode (nnz). Die ehemalige Deponie „Dachsberg“ bei Bleicherode beschäftigte gestern auch die Mitglieder des Kreistages. Landrat Joachim Claus (CDU) zeigte sich jedoch wenig auskunftsfreudig. Einen weiteren Versuch der Auskunft wagt die nnz.


Gefragt wurde aus der SPD-Fraktion, ob bei der einstigen Sanierung auch landkreiseigene Firmen mitgewirkt hatten. Das bejahte der Landrat, nannte aber keine Namen. Dabei kam in den 90er Jahren bei derart komplexen Angelegenheiten nur eine kommunale Firma in Frage, die zwar keine „Entsorgungsgesellschaft“, sondern eine Entwicklungsgesellschaft war und seit einigen Monaten selbst „entsorgt“ wird. Die EGN hatte sich zu einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit der Gereka GmbH in Bleicherode zusammengeschlossen. Die Gereka hatte zum damaligen Zeitpunkt Erfahrungen in der Entsorgung und so wurden denn auch Klärschlämme und Asche angenommen, sie ist ein Unternehmen der Kleinwächter AG. Dafür gab es richtig gutes Geld. Rund 200.000 Tonnen sollen es damals gewesen sein. Aus diesem Gemisch stellte die Gereka ein Substrat her, mit dem die aufgefüllte Deponie so zusagen eine Hülle erhalten sollte. Im Jahr 1996 wurde das Unternehmen aus Bleicherode mit einem Innovationspreis für ein „Verfahren zur Rekultivierung und Sicherung von Mülldeponien“ ausgezeichnet.

Was aber hatte die EGN damals zu tun? Hier müssen sie zunächst im Archiv der nnz „kramen“. Da werden sie auf die vielen Gesellschaften stoßen, die einst die Entwicklungsgesellschaft „entwickelt“ hatte. Darunter die ISEG und die VIMA. Diese erhielten aus der ARGE Aufträge. Die ISEG sollte die Finanzbuchhaltung, die VIMA die Projektsteuerung übernehmen. Hatten die beiden Unternehmen auch erledigt. Und hier kommt ein interessanter Aspekt ist Spiel, den die nnz schon einmal in diesem Jahr öffentlich machte. Die stille Teilhabeschaft von Ulrich Fiedler an der ISEG, der zu diesem Zeitpunkt ja auch Geschäftsführer der EGN war. Inwieweit Fiedler also hier vielleicht mehrfach profitiert haben könnte, das wollen die Mitglieder des EGN-Aufsichtsrates klären (siehe auch hierzu im Archiv).

Aufklärung könnte da die Nachverfolgung der Geldströme im Zusammenhang mit dem Dachsberg bringen. Warum zahlte die Gereka mehrere Millionen DM an die Stadt Bleicherode? Warum zahlte die Stadt Bleicherode in etwa die gleiche Summe an die ARGE? Es ist vor allem zu klären, wann die Landesfördermittel zur Deponiesanierung flossen? Nach nnz-Informationen soll mit der Sanierung bereits begonnen worden sein, ehe der Landesfördermittelfluß in Gang kam. Wer stellte also Geld zur Verfügung, wurde gar ein Kredit gewährt?

Die Anzahl der Fragen, die im Zusammenhang mit dem Wirken der EGN gestellt werden, nehmen beständig zu. Interessant sind die Antworten.
Autor: nnz

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