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Kein Wasser mehr im Rosengarten

Mittwoch, 08. August 2012, 14:34 Uhr
Am Montag der vergangenen Woche meldete nnz unter anderen, dass das Wasser im Rosengarten abgestellt worden sei. Etwas vorschnell, wie es schien, denn noch Tage danach sprudelte es munter weiter, was verhaltene Hoffnung aufkommen ließ. Nun aber ist Schluss. Und dazu die folgenden Betrachtungen...

Mit Wasser (Foto: J. Seifert)
Es war einmal...

Die Nachricht über das Ende dieser Wasserpyramide samt der Rose und dessen vorgesehener Abbau kam unvermittelt und die Absicht, ihn einzulagern, enttäuschte zutiefst. Dass die zudem reichlich undiplomatisch gefasste Mitteilung aus dem Nordhäuser Rathaus prompt zu emotionalen Kommentaren führte, kann deshalb nicht verwundern.

Genutzt hat es nichts, obwohl also die Düsen rings um die kupferne Rose im Wasserbassin noch einige Tage die gewohnten pyramidenförmigen Wasserstrahlen spendeten. Wer seit gestern den Rosengarten besucht, findet nur noch einen stillgelegten Düsenring in einem ausgetrockneten Wasserbassin, in dem auch die kupferne Rose mittendrin abgebaut wurde. Damit also wurden vollendete Tatsachen geschaffen. Die nur noch eine Rückschau zulassen. Die aber soll hier gemacht werden.

Denn richtig ist doch, dass der Rosengarten sowohl für die Nordhäuser Bürger als fast noch mehr für Patienten des unmittelbar benachbarten Klinikums mit ihren Angehörigen – die teils von weit her kommen – aber auch für pausierende Mitarbeiter des Klinikums von ganz erheblicher Bedeutung ist. Und vielfach gerade die Nähe der Wasserpyramide als Verweilplatz gewählt wurde, deren optische und auch psychische Wirkung hier nicht erläutert werden muss.

Es soll aber auch die geschichtliche Bedeutung erwähnt sein, die Rainer Hellberg in seinen Schriften recht ausführlich dargestellt hat. Nach der zum Beispiel dieser Rosengarten 1927 u.a. von 30 Arbeitslosen erbaut und nach seiner Fertigstellung in dieser Form den Bürgern von der Stadt geschenkt wurde. Auch deshalb kommt der Stadt zumindest eine moralische Erhaltungspflicht zu.

Ohne Wasser (Foto: J. Seifert)
So ist es...

Der Rosengarten hat nun jedenfalls mit dem Abbau dieses Rosenwasser-Ensembles ein ganz wesentliches Element seines Bestandes und seiner Wirkung auf die Besucher verloren. In der Mitteilung aus dem Rathaus wird zwar versichert, dass sich die StadtgärtnerInnen auch ohne das gewohnte Wasserbassin und der wasserbewehrten Kupferrose weiter viel Mühe um die Pflege dieses Gartens geben werden. Das wird sicher niemand bezweifeln.

Gerade ihnen gebührt Dank für ihre Bemühungen für dieses botanische Kleinod, obwohl sie nach Kenntnis des Autors dieser Betrachtung in ihrer Hütte am hinterem Ende des Gartens schon bisher keinen Wasseranschluss besaßen. Und für ihre entsprechenden Bedürfnisse das Klinikum aufsuchen müssen. Eine günstige Gelegenheit auch, ihnen für ihre stete Aufgeschlossenheit gegenüber informationsbedürftigen Gartenbesuchern zu danken.

Das Bedauern gerade um die nun amputierte Anlage in diesem botanischen Vorzeigeobjekt ist schließlich auch deshalb groß, weil ja gerade in jüngster Zeit der Stadtpark mit einen Millionenaufwand in eine sehr moderne Form gebracht wurde. Und auch dort die Wasserfontäne mitten im Gondelteich ein herausragender Bestandteil der (wieder-)gestalteten Anlage ist. In dem Zusammenhang sei auch bemerkt, dass es in der hier erscheinenden Printzeitung zu dieser Modernisierung am 21.07.2010 u.a. hieß (Auszug): „Es ist...Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sehr wichtig, dass „mehr Geld, Zeit und Grips“ eingesetzt werden, damit dieser Bürgerpark seiner Bestimmung gerecht bleibt. „Nach Petersberg, Promenade und Rosengarten hat jetzt dieser Park ein Recht darauf, dass sich die Stadt um seine Erneuerung bemüht“ unterstrich sie gestern. Ihr ist es wichtig, dass es „ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Parkgeschichte und heutigen Ansprüchen“ gibt“.(Ende des Auszugs).

Angesichts dieser Äußerungen muss bezweifelt werden, dass der in diesem Zusammenhang genannte Rosengarten wirklich in einer Weise „erneuert“ wurde, der diese Feststellung verdient. Zumindest fand diese „Erneuerung“ dann sehr oberflächlich statt, ganz im Gegensatz zum Stadtpark. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass 2008 in einer Diplomarbeit zum Stadtpark eine Meinungsumfrage zum Nutzen des Stadtparks durchgeführt wurde (Amtsblatt der Stadt Nordhausen, 21. August 2010), dessen entsprechend gutes Ergebnis trotz schon damals angespannter Haushaltslage zur Modernisierung führte.

Man darf sicher davon ausgehen, dass eine analoge Diplomarbeit und entsprechende Meinungsumfrage zum Rosengarten zu einem zumindest ebenso überzeugenden Ergebnis führen würde. Warum also führt man keine solche Umfrage durch und trägt dann, trotz weiter angespannter Haushaltslage, dem Ergebnis Rechnung? Um ihn wenigstens in der bisherigen Form zu erhalten? Dieser Rosengarten verdient es, so wie er bisher war, erhalten zu werden. Die Bürger, denen er einstens geschenkt wurde, haben ein Recht darauf.
Julius Seifert

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Kommentare

08.08.2012, 23.02 Uhr
Thommy | Technische Betrachtung
Liebe LeserInnen,
ich bin ein Fan vom Rosengarten und freue mich über jede neue duftende Blüte. Auch der Brunnen gehört dazu. Rein technisch gesehen ist der Brunnen ein Kreislauf, der nicht ständig Frischwasser benötigt, warum dann das AUS?

Und eine PE-Leitung für Wassernachschub von der Albert-Traeger-Straße oder Riemannstraße dorthin müsste doch auch machbar sein.

Es wäre schade, wenn der Brunnen still und leise "versickert". Ich glaube, wir brauchen keinen "neuen", architektonisch geplanten Rosengarten, sondern nur ein bisschen gepflegte und erhaltene Nostalgie.
09.08.2012, 08.27 Uhr
Marie | Rosengarten
ein Rosengarten ohne Brunnen? Nein, Nein, Nein, das geht nicht. Gibt es denn keine Möglichkeit den Brunnen zu erhalten? Es muss eine geben! Kann man nicht sammeln oder eine Spendenaktion machen? Es wäre wirklich schade, wenn das beruhigende Plätschern des Wassers nie wieder zu hören wäre.
09.08.2012, 13.34 Uhr
Pe_rle | Rosengarten 1
genau diese vorgehensweise passt zum Rathaus.
Hauptsache die Prunkbibliothek hinter dem Rathaus wird gebaut, egal was es mal kosten wird. Mir soll keiner erzählen das Geld ist knapp, außerdem ist ja der Rosengarten genau wie manch anderer Park in dieser Stadt das siebte Rad am Wagen. Nur für andere unwichtige Sachen ist Geld da


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