Mittwoch, 09. Mai 2012, 08:26 Uhr
Das gilt für Dr. Barbara Scholz, die seit gestern in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen (KSK) erstmals in einer Einzelausstellung der Öffentlichkeit Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen gewährt. Die Teilnahme an der Eröffnung der Ausstellung, von der nnz hier berichtet, galt wohl nicht nur dem künstlerischen Interesse...

Die Gründe sind leicht zu erklären: als Allgemeinmedizinerin war Dr. Barbara Scholz in den 34 Jahren ihrer ärztlichen Tätigkeit anerkannt, geschätzt und auch beliebt, wie das die große Zahl der Teilnehmer aus dem medizinischen Bereich und die vielfachen Begrüßungsprocederes leicht erkennen ließen. Und in der einführenden Ansprache des Vorstandsvorsitzenden der KSK, Wolfgang Asche, auch bestätigt wurde.
Sie ergeben sich aber auch schon aus der Einladung zu dieser Ausstellung, in der Dr. Scholz erklärt, dass sie erst seit vier Jahren - nach ihrem Wechsel in den Ruhestand – ihrem einst erträumten Wunsch einer künstlerischen Entfaltung folgen konnte. In einer Zeit also emotional-kreativ tätig wurde, in der die überwiegende Zahl der Menschen im dritten Lebensabschnitt eher die Hände in den Schoss legt und Geruhsamkeit pflegt. Über 50 Arbeiten stellt Dr. Scholz in der Galerie aus, und es ist immer erst ein Teil ihres Schaffens dieser vergangenen vier Jahre, wie Asche erläuterte. Wie produktiv also muss Dr. Scholz in dieser Zeit gewesen sein!?
Der Berichterstatter macht es sich zunächst leicht und verzichtet auf den Versuch einer Einschätzung der ausgestellten Werke, weil er zunächst der Anregung Wolfgang Asches den Gästen der Vernissage gegenüber folgt, sich in einen Dialog mit den Kunstwerken von Dr. Scholz einzulassen. Und bei der Betrachtung der Bilder unter dem Motto Liebe zur Malerei – Aquarelle und mehr zu eigenen Eindrücken zu kommen. Und gibt stattdessen diese Anregung an die Leser der nnz weiter.
Ein solcher Dialog nämlich ist wohl wirklich auch nur möglich, wenn man diese Ausstellung nach deren Eröffnung erneut besucht und die Bilder unbeeinflusst auf sich wirken lässt. Zumal auch die Kunsthistorikerin Susanne Hinsching, die nach der Begrüßung durch Wolfgang Asche die Laudatio hielt, die ausstellende Dr. Scholz mit der Aussage zitierte, keine Künstlerin zu sein, sondern eine Hobby-Malerin. Und auch Hinsching meint, erst eine nähere Betrachtung der Werke könne wirkliche Aufschlüsse darüber bringen, ob nicht doch viel mehr Künstlerin in Dr. Scholz steckt, als nur eine Hobby-Malerin.
Wolfgang Asche also führte zunächst in die Vernissage ein und begrüßte neben Dr. Barbara Scholz, den zahlreichen Besuchern, auch deren beide Enkel Nikolas und Johannes Scholz, die die Ausstellung musikalisch in sehr ansprechender Weise auf dem E-Piano gestalteten. Sei beiläufig erwähnt, dass sich unter den Gästen mit Klaus-Dieter Kerwitz, Jürgen Rennebach und Lothar Rechtacek auch anerkannte Vertreter der bildenden Kunst befanden, die der Veranstaltung zusätzliche Bedeutung verliehen.
Asche wies in seiner Ansprache auch auf die nunmehr 20jährige Geschichte der Galerie der Kreissparkasse mit ihren vielen bisherigen Ausstellungen und sonst höchst anspruchsvollen Veranstaltungen hin, die diese Galerie dadurch zu einem überaus wichtigen kulturellen Bestandteil in Nordhausen werden ließ. Dazu gehörte natürlich auch die gerade zuvor stattgefundene Ausstellung der vielen Kunstwerke, die die KSK im Laufe der Jahre erwarb und dadurch nicht zuletzt die Kunstszenerie in der Region beachtlich förderte. Es mag aber gerade durch diesen Umstand für das ständige kunstinteressierte Publikum dieser Galerie aufschlussreich sein, nunmehr im unmittelbaren Anschluss diesen Bildern der vorgeblichen Hobby-Malerin Dr. Scholz zu begegnen.

Susanne Hinsching, Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunsthauses Meyenburg, folgte mit ihrer Laudatio der einführenden Ansprache des nunmehrigen Kreissparkassen-Chefs. Und regte – wie oben bemerkt – zu einer Erkundung der Geheimnisse der Kunstwerke von Dr. Barbara Scholz ein. Der sie eine Aussage des deutschen Schriftstellers Johannes Urzidil lmit auf den Weg gab: Was aber ein Blatt zum Kunstwerk macht, das weiß nicht einmal der Künstler selbst, ja, dieses Geheimnis darf er gar nicht wissen. Denn wenn er einmal dahinter gekommen ist, dann hat seine Kunst auch schon allen Glanz und Reiz verloren.
nnz überlässt es also zunächst den Besuchern der Ausstellung, sich ein eigenes Bild zu machen, bevor in einem weiteren Bericht näher auf die ausgestellten Werke – ausgeführt in Acryl, Misch- und Granuliertechnik sowie Collagen – und die Laudatio Susanne Hinschings näher eingegangen wird.
Julius Seifert
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