Der Grund, der am gestrigen Ostermontag hauptsächlich katholische Gläubige in den Nordhäuser Dom strömen ließ, war schon ein sehr besonderer: Dankhochamt aus Anlass des Silbernen Diakonenjubiläums von Edmund Döring. Auch die nnz zog es nach dort.

Es war wohl nicht allein der allseits geschätzte Diakon Edmund Döring, dem das Interesse in diesem Gottesdienstes im Dom zum Hl.Kreuz galt: es war sicher auch der als Hauptzelebrant gekommene Georg Kardinal Sterzinsky – Erzbischof von Berlin, der die Gläubigen in noch größerer Zahl als sonst in das Gotteshaus kommen ließ. Und dazu kam noch ein Wiedersehen mit Domkapitular Wolfgang Ipolt und Rektor Arno Wand, die neben Pfarrer Richard Hentrich als Konzelebranten mitwirkten.

Dass es zu diesem erzbichöflich gestalteten Dankhochamt kam, lag an einigen Phasen im Leben des Diakons Döring, die ihn mit Georg Sterzinsky (als Kaplan in Heiligenstadt, als Pfarrer in Jena, als Generalvikar in Erfurt, als Bischof und Kardinal in Berlin) zusammenführten. Und die Wertschätzung, die der Diakon während dieser Lebens- und Aufgabenabschnitte bei dem hohen Würdenträger bewirkte.
Pfarrer Hentrich führte die Gläubigen nach dem feierlichen Einzug des Jubilars vor dem Erzbischof in den Dom in das folgende Geschehen ein, nachdem er Diakon Döring und den Kardinal im Altarraum des Domes begrüßt hatte. Der dann den Ablauf des Dankgottesdienstes bestimmte.
Nicht zuletzt mit der Predigt, die dem Jubilar gewidmet war. Wobei er mit dessen Würdigung ausführlich die Bedeutung, Aufgaben und die Arbeit eines Diakons erläuterte, die in ihrer Vielfalt manchen der Zuhörer überrascht haben mag.
Der Kardinal verband in seinen Ausführungen den Lebensweg des 1946 in Krombach / Eichsfeld geborenen Edmund Dörng mit der Erläuterung eines normalen Werdeganges eines Diakons als die erste von drei Weihestufen, denen in der Regel die Priesterweihe und unter entsprechenden Voraussetzungen die Bischofsweihe folgt. Nicht so bei Edmund Döring, der nach einem gediegenen, auf das geistliche Amt ausgerichteten Bildungsweg und einer Lehrausbildung zum Krankenpfleger Diakon blieb und schließlich als solcher seit 1986 von Niedersachswerfen aus seine
vielgestaltete Tätigkeit ausübt.
Der Erzbischof beschrieb diese Aufgaben sehr anschaulich, wobei er zunächst rhetorisch den Anschein erweckte, als sei ein Diakon im gesellschaftlichen Ansehen eher ein Mensch, der es nach dieser ersten kirchlichen Weihestufe – aus welchen Gründen auch immer – damit bewenden ließ. Um dann erst die vielfältigen, aufopferungsvollen Aufgaben eines Diakons innerhalb der katholischen Kirche sehr volksnah zu erklären und zu würdigen.
Und gerade am Beispiel des Jubilars veranschaulichte der Kardinal, dass katholische Diakone zusammen mit den Priestern den Dienst am Nächsten in unterschiedlichen Einrichtungen leiten: Im Gemeindedienst helfen sie Menschen in Not, engagieren sich in Kindergärten und Sozialstationen und organisieren den Aufbau der ehrenamtlichen Mitarbeit in der Gemeinde. In der Kategorialseelsorge betreuen sie Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen. Auch notfallseelsorgerisch sind sie tätig, d.h., sie unterstützen Menschen nach Unfällen oder in anderen akuten Krisensituationen.
Wobei der Kardinal bemerkte, dass nicht wenige Priesteranwärter gerade auch deshalb bemüht sind, das Diakonstadium möglichst rasch zu durchlaufen. Und es schon einer besonderen Berufung bedarf, sich dieser dienenden Aufgaben lebenslang zu widmen. Bei religiösen Zeremonien wie Taufen, Trauungen, Begräbnissen und Wortgottesdiensten nehmen Diakone zudem Aufgaben in der Liturgie wahr. Außerdem assistieren sie Priestern bei der Eucharistiefeier, etwa bei der Kommunion.
Döring hatte schon zuvor im Gespräch mit nnz betont, dass sein Herz neben den vielfältigen Aufgaben in der Filialgemeinde St. Johannes Nepomuk in Niedersachswerfen und der Pfarrgemeinde Dom zum Hl. Kreuz in Nordhausen für die Krankenhausseelsorge, die Notfallseelsorge und die Hospizarbeit schlägt. (Der Berichterstatter vermag diese Aussage aus eigenem Erleben im Krankenhaus und innerhalb der Pfarrgemeinde Dom zum Hl.Kreuz voll bestätigen.)
Der Ansprache des Erzbischofs folgte eine Gratulationscour der Verbände (z.B. der Caritas oder auch Feuerwehr), in denen Diakon Döring Aufgaben wahr nimmt. Und die Danksagung des Geehrten selbst.
Der in dieser feierlichen Weise verlaufene Dankgottesdienst endete schließlich mit dem ebenso feierlichen Auszug der Zelebranten, wie er zuvor begonnen hatte. Am Vorplatz des Domes verabschiedeten der Jubilar, Kardinal Sterzinsky und Dompfarrer Hentrich die Gläubigen, die am Gottesdienst teilgenommen hatten und verbanden das gleichzeitig mit einer Einladung zur Andacht am Nachmittag. Dem Diakon Edmund Döring begleiten alle guten Wünsche für sein weiteres Wirken.
Julius Seifert